Borussia trauert um Kurt Heidrich


Kurt Heidrich

Borussia Neunkirchen trauert um Kurt Heidrich. Der frühere Vereinsvorsitzende verstarb am Freitag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren. Heidrich war als aktiver Sportler ein herausragender Leichtathlet und später ein verdienstvoller Sportfunktionär.

“Nun schließt sich der Kreis. Es hat mir stets Freude bereitet, meiner Heimatstadt und meiner Borussia zu dienen”, hatte Kurt Heidrich erklärt, als er im Oktober 2009 den Vereinsvorsitz aus gesundheitlichen Gründen aufgab. Dass er dieses Amt eineinhalb Jahre zuvor im hohen Alter übernommen hatte, anfänglich für sechs Monate, war seinem Pflichtgefühl geschuldet gewesen. Und seiner lebenslangen Verbundenheit zum Verein.

Heidrich wurde am 14. Juni 1933 in Neunkirchen geboren, in der Zweibrücker-/Ecke Friedrichstraße, wo er auch aufwuchs, “mit direktem Blick aufs Ellenfeld”, wie er gerne erzählte. Doch Heidrich sollte nicht Fußballer, sondern einer der erfolgreichsten Leichtathleten in der Geschichte der Borussia werden. In der Nachkriegszeit sammelte er als Sprinter nicht weniger als 19 Saarlandmeisterschaften, was umso bemerkenswerter ist, da das Saarland bis Ende der 1950er Jahre eine unabhängige und international vertretene Sportnation war.

Deutscher Vizemeister im Berliner Olympiastadion

1952 qualifizierte sich Heidrich über 100 Meter für die Olympischen Spiele in Helsinki, musste dort aber aufgrund eines Handbruchs zuschauen. Vier Jahre später feierte er mit der 4×100-Meter-Staffel der Borussia einen bis heute unvergessenen Erfolg: Im Berliner Olympiastadion errangen Werner Kiefer, Edmund Burg, Gerd Lemmes und Heidrich als Schlussläufer die Deutsche Vizemeisterschaft.

Nach seiner aktiven Karriere erlangte Heidrich auch als Sportfunktionär einen hohen Bekanntheitsgrad. Von 1985 bis 2004 war er Vorsitzender des Neunkircher Sportverbands (NSV). Der NSV ernannte ihn zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden. Bei Borussia wurde Heidrich im Jahr 1997 in den Aufsichtsrat gewählt. Zwischen 2001 und 2004 saß er dem Kontrollgremium vor. In diese Zeit fiel unter anderem die Insolvenz des Vereins, die dem Ehrenmitglied Heidrich viel abverlangte.

Bundesverdienstkreuz am Bande

Als ihm im August 2004 das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht wurde, dankte ihm der damalige Oberbürgermeister Friedrich Decker dafür, “dass wir auch heute noch von Neunkirchen als Sportstadt reden dürfen, denn dazu hat Kurt Heidrich einen großen Beitrag geleistet”.

Borussia Neunkirchen verneigt sich vor Kurt Heidrich. Wir werden sein Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen.

Neunkirchen, den 20. Februar 2011


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news1 - 12.03.2010

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